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26. Juli 2013 Schaffhauser Nachrichten

Pfeile auf dem Fussballplatz: Bogenschiessen mit Siegfried Baer.                   Bild & Text Ernst Hunkeler

Ferienspass für Zielsichere: Hier flogen die Bogenpfeile

Auf dem Steiner Fussballplatz Degerfeld, wo sonst Bälle fliegen, flogen im Rahmen des Ferienspasses für einmal Pfeile.

 

Stein am Rhein

Es war ein Novum innerhalb des Steiner Ferienpassprogramms: Bogenschiessen wurde angeboten – und zwar eines der intuitiven Art. Will heissen, dass zwar handelsübliche Recurve-Bogen und Karbonpfeile zum Einsatz kamen, jedoch keinerlei Zielvorrichtungen. Der Mann, der das propagiert und in Kursen lehrt, ist der hauptberufliche Krankenpfleger Siegfried Baer aus Ramsen. Er bescherte den Kindern absolut zielsicher ein Ferienpass-Highlight. Auf der einen Seite hatte Siegfried Baer drei Scheiben und einen mit Schnitzeln gefüllten Jutesack als Ziele installiert, dahinter eine Fangwand aus lockerem Gewebe, damit die Pfeile nicht in Richtung Bahnhof entschwirren konnten. Auf der anderen Seite, in erst einmal etwa zehn Metern Entfernung, harrten ein Mädchen und vier Buben der Dinge, die kommen sollten. Nach einer Instruktion, in der es vor allem um die wichtigen Sicherheitsaspekte ging, hielten die Robin-Hood-Jünger schon Bogen in der Hand und wenig später die zugehörigen Pfeile. Die Arme waren mit Ledermanschetten bandagiert worden, um Verletzungen durch die bei der Schussabgabe vorschnellende Bogensehne zu vermeiden. So konnte es zur Sache gehen: Die Kinder sollten sich, ohne bewusst zu zielen, auf die Scheiben konzentrieren und einfach schiessen. In der ersten Serie gingen noch einige Pfeile ins Fussballgrün. Aber es war verblüffend zu verfolgen, wie schnell die Kinder, die zum Teil zuvor noch nie einen Bogen in der Hand gehalten hatten, in die Mitte trafen.

Als das Prozedere der Schussabgabe, das disziplinierte Warten und das gemeinsame Zurückholen der Pfeile verinnerlicht war, montierte Siegfried Baer Luftballons in den Zentren der Scheiben – und das Schiessen machte noch mehr Spass. «Akustische Trefferkontrolle» nannte dies der Instruktor, und jeder Knall wurde mit Jubelgeschrei quittiert. Die recht kleinen Ballons hatten verblüffend kurze Lebenserwartungen. Um das Ganze noch etwas zu variieren, wurde zwischendurch mit Bogen aus Esche und Hasel geschossen, die Baer in seiner Werkstatt selbst gefertigt hatte, und schliesslich wurde auch die Distanz zu den Scheiben deutlich vergrössert. Fazit: Bei diesem Ferienpass wurden lauter Volltreffer gelandet. Siegfried Baer bescherte den insgesamt neun Teilnehmern (in zwei Gruppen) ein unvergessliches Erlebnis, und die Kids erfuhren Selbstbestätigung von geradezu therapeutischer Intensität. (E. Hu.)